„Wir denken wie Angreifer – und handeln wie Verteidiger.“ Mit diesem Satz eröffnete Goran Stijaković den jüngsten „Raum für Wirtschaft“, den der Wirtschaftsbund Vorarlberg gemeinsam mit der Wirtschaft im Walgau veranstaltete. Im Mittelpunkt stand die Sicherheit von Produktionsanlagen und Gebäudetechnik, ein Thema, das in vielen Betrieben noch unterschätzt wird.
Der Referent kennt beide Seiten. Über 20 Jahre lang entwickelte er Software für industrielle Steuerungen, Maschinen und Gebäudeautomation. Dann wollte er wissen, wie sicher diese Systeme tatsächlich sind. Er brachte sich die Angreiferseite selbst bei und schloss mit der Zertifizierung OSCP ab. Diese doppelte Perspektive macht den Unterschied: Stijaković findet Lücken, die ein reiner IT-Blick übersieht.
Cybersicherheit ist Standortpolitik. Ein Angriff auf eine Produktionsanlage ist kein IT-Problem, sondern ein Betriebsrisiko. Er trifft Lieferketten, Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Gerade kleine und mittlere Betriebe verfügen selten über eine eigene Sicherheitsabteilung. Sie brauchen Praxiswissen und Netzwerke, in denen sie voneinander lernen.
Genau hier setzt die Wirtschaft im Walgau an. Das regionale Netzwerk umfasst über 300 Betriebe aus dem Walgau und der Umgebung und versteht sich als gemeinsame Plattform und Anlaufstelle für Unternehmen in der Region. Es bündelt die Interessen der regionalen Wirtschaft, fördert die Wertschöpfung vor Ort und stärkt die Lehrlingsausbildung, etwa durch die Verbindung von Schule und Wirtschaft. Zudem vertritt es die Betriebe gegenüber Politik und Behörden und setzt mit Impulsprojekten gezielt Akzente für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Walgau. Das Format „Raum für Wirtschaft“ setzt dabei bewusst auf Netzwerk, Austausch und gegenseitiges Lernen.