Die Zukunft ist Comaking

29. Dez. 2023 | Allgemein

© Fotos: Studio Fasching

Die Zukunft ist Comaking

29. Dez. 2023 | Allgemein

Zusammenarbeit muss verinnerlicht werden.

In einer Zeit, in der Digitalisierung und Automatisierung in den Vordergrund treten, erleben wir eine Renaissance des Handwerks. Die Maker-Bewegung, die ihre Wurzeln in Garagen und Kellern hat, hat sich zu einer globalen Bewegung entwickelt, welche Menschen dazu inspiriert, die Kontrolle über die Dinge, die sie umgeben, zurückzugewinnen. Comaking-Spaces sind das Herzstück dieser Bewegung und bieten eine Plattform für handwerkliche Kreativität, Gemeinschaft und Innovation.

Werner Tauscher schafft Raum für ein zukunftsweisendes Unternehmensmodell.

↗ Die Essenz eines Comaking-Spaces

Comaking-Spaces sind mehr als nur gemeinsam genutzte Werkstätten. Sie sind Orte des Lernens, der Zusammenarbeit und der Innovation. 2019 eröffnete der erste Comaking-Space für holzbearbeitende Betriebe seine Pforten in Dornbirn. Ein Raum, der Handwerkern, Tüftlern und Erfindern die Möglichkeit gibt, ihre Visionen in die Realität umzusetzen. Konkret heißt das: Im Dornbirner Comaking-Space, welcher von Andy Keel und Werner Tauscher geführt wird, finden kleine Tischlerei-Unternehmen mit 1 bis 3 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, kreative Menschen mit dem handwerklichen Schwerpunkt Holz die perfekte Möglichkeit, in einem fachlich kompetenten Umfeld und einer modern ausgestatteten Werkstatt ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Wir müssen immer wieder neue Wege gehen. Wir teilen nicht nur den Raum, sondern auch Ideen und Aufträge, so können wir die Zusammenarbeit verinnerlichen.

Werner Tauscher,
Gründer von Comaking Dornbirn

↗ Die Vorteile des gemeinsamen Schaffens

Das Teilen von Ressourcen und Wissen steht im Mittelpunkt eines Comaking-Konzepts. Stellen Sie sich vor, Sie haben Zugang zu hochmodernen Maschinen, die Sie sich alleine nicht leisten könnten? Oder Sie arbeiten an einem Projekt und stoßen auf ein Problem, das ein anderer Handwerker bereits gelöst hat? Diese Synergien sind es, die Comaking-Spaces so wertvoll machen. „Wir diskutieren einmal im Monat die aktuelle Auftragslage eines jeden einzelnen, definieren Synergien und Kapazitäten, legen somit auch Arbeitsabläufe fest“, zeigt Werner Tauscher den direkten Mehrwert auf.

↗ Es bleibt finanzierbar: Ein gemeinsamer Maschinenraum

In Dornbirn teilen sich die 9 Betriebe einen gemeinsamen Maschinenraum der Felder Group, die sich auf Maschinen für die Bearbeitung von Massivholz, Plattenmaterial, Kunststoffen und Aluminium spezialisiert hat. Die Tiroler Felder Group nützt den Standort in Dornbirn-Bobletten zudem als Schauraum für ihre Maschinen und kann damit allen Vorarlberger Tischlereien eine rundum Betreuung im Land anbieten.

Ein gemeinsamer Maschinenpark erleichtert jungen Betrieben den Einstieg in das Unternehmertum.

↗ Die Gemeinschaft: Mehr als nur eine Gruppe Handwerker

Ein weiterer entscheidender Aspekt von Comaking-Spaces ist die Gemeinschaft. Es geht nicht nur darum, Werkzeuge und Ressourcen zu teilen, sondern auch um den Austausch von Ideen, Fähigkeiten und Erfahrungen. „Du bist nie allein, du bist kein Einzelkämpfer, du verinnerlichst die Zusammenarbeit“, bringt es Werner Tauscher auf den Punkt. In solchen Räumen können Freundschaften und Partnerschaften entstehen, die weit über das Handwerk hinausgehen.

↗ Blick in die Zukunft

Während Comaking-Spaces immer mehr Fuß fassen, ist das Potenzial für Wachstum und Innovation noch lange nicht ausgeschöpft. Mit der wachsenden Anerkennung der Bedeutung des Handwerks in der modernen Gesellschaft könnten diese Räume zu Inkubatoren für die nächste Generation von Handwerkern, Erfindern und Unternehmern werden. Und zwar nicht nur in der Holzbranche, sondern beispielsweise auch in der Metallbranche. So können innovative Orte entstehen, die sich den neuen Arbeitswelten anpassen. Für Tauscher bleibt es spannend: „Erste Städte kontaktieren uns und wollen das Konzept adaptiert übernehmen, denn Comaking ist die Zukunft von Kleinbetrieben!“

Dieser Artikel stammt aus dem Magazin Vorarlberger Wirtschaft #001.

Autor: Christoph Thoma ist Musiker, Kulturmanager, Politiker und seit
November 2019 Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag.

Zurück zur News-Übersicht

Ähnliche Beiträge

Herausforderungen einer zukunftsorientierten Wirtschaft

Herausforderungen einer zukunftsorientierten Wirtschaft

Was braucht der Wirtschaftsstandort Vorarlberg? Die österreichische Wirtschaft steht vor zahlreichen Herausforderungen und Chancen, um auch in Zukunft erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben. Besonders in einer globalisierten Welt, in der Vorarlberg sich im...

mehr lesen
Globale Expansion ↗ Exportwirtschaft

Globale Expansion ↗ Exportwirtschaft

In der Ära der Globalisierung ist die Erschließung internationaler Märkte für Unternehmen ein zentraler Baustein, um langfristigen Erfolg zu gewährleisten. Die Begrenztheit und Sättigung lokaler Märkte zwingt Firmen dazu, über nationale Grenzen hinaus zu blicken, um...

mehr lesen
Die digitale Zukunft Europas

Die digitale Zukunft Europas

Die Ära der digitalen Souveränität. Digitalisierung hat sich tief in unseren Alltag integriert und prägt die Arbeitswelt. Daher hat die Europäische Kommission die nächsten zehn Jahre als die „Digitale Dekade˝ ausgerufen. Diese Phase ist als eine Zeit der Stärkung der...

mehr lesen