Landesgruppen-Hauptversammlung in Feldkirch: Arbeitsschwerpunkte präsentiert, WKÖ- und Wirtschaftsbund-Präsidentin Martha Schultz beim 2. Vorarlberger Wirtschaftsgespräch
Bei der gestrigen 27. Landesgruppen-Hauptversammlung im Montforthaus Feldkirch wurden Landesrat Marco Tittler als Landesobmann und der gesamte Landesvorstand mit 100 Prozent Zustimmung bestätigt. In seinem politischen Bericht stellte Tittler die Arbeitsschwerpunkte für die nächsten Jahre vor. Das Motto lautet „Standort stärken, wettbewerbsfähig bleiben“.
„Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten brauchen unsere Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen. Unsere Arbeitsschwerpunkte sind breit gefasst und betreffen die Bereiche Wirtschaftsstandort, Arbeitsmarkt und den Lebensraum Vorarlberg“, betonte Tittler.
Drei Schwerpunkte für ein wettbewerbsfähiges Vorarlberg
Unter dem Leitsatz „Ein Standort. Ein Auftritt. Weniger Bürokratie.“ soll sich Vorarlberg im Wettbewerb der Regionen mit einer einheitlichen Standortpositionierung präsentieren. Über ein digitales Service-Portal sollen Betriebsanlagenverfahren künftig jederzeit einreichbar und nachverfolgbar sein. Der Bürokratieabbau ist zudem auch auf Bundes- und EU-Ebene konsequent voranzutreiben.
Am Arbeitsmarkt gilt: „Mehr Fachkräfte. Mehr Netto. Neue Wege.“ Eine Fachkräfteoffensive soll mehr Menschen in Qualifizierung bringen. Lehrlinge und Betriebe sollen bei der Ausbildung gezielt unterstützt werden und Mehrarbeit muss sich wieder lohnen: Überstunden sollen weiter steuerlich begünstigt werden, Leistungsprämien bis 3.000 Euro jährlich steuerfrei sein und weitere Anreize für „Arbeiten in der Pension“ sollen ebenso geprüft werden, wie auch neue Ansätze bei der ökonomischen Zuwanderung.
Im Bereich Lebensraum fordert der Wirtschaftsbund Verkehrslösungen ohne Denkverbote, auf der Schiene ebenso wie auf der Straße in die Nachbarländer. Weitere Ziele sind ausreichend Gewerbeflächen und leistbarer Wohnraum. Dafür sollen die Bautechnikverordnung vereinfacht und mit dem „Gebäudetyp V“ praxisnahe Abweichungen von starren Normen geprüft werden. Mit Projekten wie Wohnen550 soll jungen Fachkräften leistbarer Wohnraum auf Zeit zur Verfügung stehen.
Wirtschaftsgespräch mit Martha Schultz: „Österreich kann mehr“
Im Anschluss fand das 2. Vorarlberger Wirtschaftsgespräch mit WKÖ- und Wirtschaftsbund-Präsidentin Martha Schultz statt. Unter dem Titel „Österreich kann mehr: Machen wir Unternehmertum wieder einfacher“ sprach Schultz mit Wirtschaftsbund-Referent Jonas Mayrhofer, der das Gespräch moderierte. Schultz sprach dabei als Unternehmerin, die weiß, „wo der Schuh drückt“. Hohe Kosten, Fachkräftemangel und vor allem ausufernde Bürokratie bremsen die Betriebe. Von der Bundesregierung forderte sie Taten statt Ankündigungen: weniger Berichtspflichten, schnellere Genehmigungen und kein Gold-Plating. Dass der Druck des Wirtschaftsbundes wirkt, zeige die neue Gewerbeordnung, die nach der Stopp-Taste im September spürbare Entlastung bringe.
„Als Unternehmerin weiß ich, wo der Schuh drückt, und ich sage ganz klar: Unsere Betriebe wollen einfach arbeiten dürfen. Bürokratieabbau ist dafür der größte Hebel und zugleich die günstigste Wirtschaftsförderung, die es gibt. Für jede neue Regel müssen zwei alte fallen, und wo es möglich ist, gilt: beraten statt strafen. Wie schnell sich etwas bewegen kann, zeigt die neue Gewerbeordnung: Nur wenige Wochen nachdem wir die Stopp-Taste gedrückt haben, ist sie umgesetzt. PV-Anlagen und E-Ladestationen werden genehmigungsfrei, Unterlagen gehen digital an die Behörde, und rund 5.000 Kontrollbesuche pro Jahr, nur um nachzusehen, ob ein Ordner im Regal steht, gehören der Vergangenheit an. Das ist ein wichtiger erster Schritt, aber eben nur der erste. Weitere müssen folgen, und zwar mit demselben Tempo. Österreich kann mehr, wenn wir die Menschen, die etwas leisten wollen, auch leisten lassen“, so WKÖ- und Wirtschaftsbund-Präsidentin Martha Schultz.
Investition in die nächste Generation
Der Wirtschaftsbund blickt positiv in die Zukunft. Als größte wirtschaftspolitische Netzwerkplattform des Landes stellt er Transparenz, Programmatik und Interessenvertretung in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Besonders erfreulich entwickeln sich das Mentoringprogramm und das neue „PolicyLab – Wirtschaft & Standort“ für Vorarlberger Studierende und junge Absolvent:innen in Wien.
„Viele junge Vorarlbergerinnen und Vorarlberger studieren in Wien. Sie sind die Fachkräfte und Entscheidungsträger:innen von morgen. Mit dem PolicyLab halten wir die Verbindung zur Heimat lebendig und zeigen, welche Chancen der Standort Vorarlberg bietet. Im Mentoring geben erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer ihr Wissen an die nächste Generation weiter. Wer heute in junge Köpfe investiert, sichert morgen den Standort“, schließt Direktor Christoph Thoma.
Der Vorstand des Wirtschaftsbund Vorarlberg:
Marco Tittler, Landesobmann
Karlheinz Kopf, Landesobmann-Stellvertreter
Markus Comploj, Landesobmann-Stellvertreter
Jürgen Rauch, Landesobmann-Stellvertreter
Christine Schwarz-Fuchs, Landesobmann-Stellvertreterin
Andreas Gapp, Landesfinanzreferent
Petra Kreuzer, Mitglied des Landesvorstandes