© Foto: Matthias Rhomberg

Die Herbstmesse als Wirtschaftsmotor: Zwischen Tradition und digitalem Wandel

Mit der 78. Herbstmesse im Messequartier Dornbirn hat Vorarlberg einmal mehr unter Beweis gestellt, welchen Stellenwert die regionale Wirtschaft für den gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes hat. Rund 220 Unternehmen präsentierten in diesem Jahr ihre Leistungen – ein deutliches Signal dafür, dass Messen wie diese weit mehr sind als reine Verkaufsplattformen: Sie sind Schaufenster der regionalen Wertschöpfung.

Ein Treffpunkt für alle Generationen

Geschäftsführer Nilly Nail betonte den gesellschaftlichen Anspruch der Veranstaltung: „Die Herbstmesse soll ein Treffpunkt für Menschen aller Generationen bleiben.“ Damit positioniert sich die Messe bewusst als regionales Volksfest und gesellschaftlicher Höhepunkt im Herbst – ein Format, das Wirtschaft und Gemeinschaft zusammenbringt statt sie zu trennen. Das neue Geländekonzept, das die Sport- und Veranstaltungszeile klar von der Ausstellung trennt und die Angebote auf weniger Hallen konzentriert, unterstreicht diesen Anspruch: Die kompaktere Struktur bündelt verwandte Themenbereiche und erleichtert BesucherInnen die Orientierung.

Neue Schwerpunkte spiegeln regionalen Strukturwandel

Die Themenwelten in diesem Jahr – Holzwelten und Landtechnik – wurden wirtschaftspolitisch mit Bedacht gewählt:

  • Holzwelten: Mit rund 50 prämierten Bauwerken, gemeinsam kuratiert mit der Vorarlberger Holzbaukunst, dem Werkraum Bregenzerwald und der Initiative „die venstermacher“, rückt die Messe einen Wirtschaftszweig ins Zentrum, der für Vorarlberg identitätsstiftend ist: Der Holzbau verbindet traditionelles Handwerk mit moderner Architektur und ist ein Paradebeispiel für regionale Wertschöpfungsketten, vom Baum bis zum fertigen Produkt.
  • Landtechnik: Die Ausstellung spannt den Bogen von historischen Geräten bis zu Smart-Farming-Anwendungen und zeigt damit, wie digitale Transformation auch in der Land- und Forstwirtschaft angekommen ist – ein Bereich, der in der wirtschaftspolitischen Debatte oft zu kurz kommt.

Regionaler Marktplatz als wirtschaftliches Herzstück

Der regionale Marktplatz bleibt das Rückgrat der Veranstaltung: Unternehmen, ProduzentInnen und DienstleisterInnen aus Wohnen, Haushalt, Genuss und Lifestyle stehen im direkten Austausch mit den BesucherInnen – ein Format, das gerade für KMU und regionale Anbieter unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen stiftet, den überregionale Vertriebskanäle nicht bieten können. Auf der „Schnabuliermeile“ ergänzten regionale Betriebe und österreichische Winzerinnen und Winzuer das kulinarische Angebot. 

Die 78. Herbstmesse zeigte einmal mehr, wie regionale Wirtschaftsförderung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammengeführt werden können. Das neue Geländekonzept und die inhaltliche Schärfung auf Holz und Landtechnik waren dabei ein starkes Signal: Wirtschaft und Gemeinschaft schließen sich nicht aus – sie bedingen einander.

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