Startschuss für eines der größten Energie- und Infrastrukturprojekte des Landes
Es ist ein Kraftakt im besten Sinne: Mit der Einreichung des Lünerseewerks II zur Umweltverträglichkeitsprüfung nimmt diese Woche eines der größten Zukunftsprojekte Vorarlbergs entscheidend Fahrt auf. Hoch über dem Brandnertal, am Lünersee, entsteht das modernste und größte Pumpspeicherkraftwerk Österreichs und damit weit mehr als ein regionales Bauvorhaben. Es ist ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort, zur Versorgungssicherheit und zur Energiezukunft eines ganzen Landes.
Landeshauptmann Markus Wallner brachte die Bedeutung bei einem Lokalaugenschein am Lünersee auf den Punkt: „Das Lünerseewerk II ist ein zentraler Beitrag zur Stabilität des europäischen Energiesystems.“ Wer das Projekt in seinen Dimensionen betrachtet, versteht warum: 1.100 Megawatt Turbinenleistung, rund 240 Gigawattstunden Speicherkapazität und ein Projektvolumen von etwa 2,65 Milliarden Euro. Genutzt wird eine außergewöhnliche Fallhöhe von rund 1.300 Metern, ein natürlicher Standortvorteil, der Vorarlberg zur idealen „Batterie Europas“ macht. Errichtet wird das Werk weitgehend unterirdisch und unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur: leistungsstark über den Erwartungen, zurückhaltend unter Tag.
Für den Wirtschaftsbund Vorarlberg ist entscheidend, was ein solches Projekt für den Standort und die heimischen Betriebe bedeutet und da fällt die Bilanz eindeutig aus. „Ein Investitionsvorhaben dieser Größenordnung schafft über viele Jahre Wertschöpfung, Aufträge und Beschäftigung. Davon profitieren der Wirtschaftsstandort, regionale Unternehmen und die Bevölkerung“, betonte Wallner. Genau hier liegt der Hebel: Ein Jahrhundertprojekt dieser Art strahlt in unzählige Auftragsbücher, sichert qualifizierte Arbeitsplätze und stärkt das regionale Handwerk ebenso wie die Zulieferindustrie und das über die gesamte Bauzeit bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2036.
Dass das Werk zugleich einen zentralen Baustein der Energiewende bildet, unterstrich Gerd Wegeler, Vorstandsmitglied der illwerke vkw: „Die Energielandschaft verändert sich grundlegend. Der Bedarf an nachhaltig erzeugter elektrischer Energie steigt rasant. Mit dem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik wächst auch der Bedarf an großen Speichern.“ Das Lünerseewerk II, so Wegeler, sei „eine passgenaue Antwort auf diese Anforderungen und ein Vorzeigeprojekt für die Energiezukunft“. Wo Wind und Sonne schwanken, sorgt das Pumpspeicherwerk für Verlässlichkeit, Energie flexibel aufnehmen und binnen kürzester Zeit wieder bereitstellen.
So sehr das Lünerseewerk II ein Grund zur Freude ist, denkt Landeshauptmann Wallner bereits über den Tellerrand hinaus und fordert eine nationale Kraftwerksstrategie: „Wir müssen über Einzelprojekte hinausdenken. Österreich braucht dringend eine nationale Kraftwerksstrategie, die den Ausbau von Erzeugung, Netzen, Speichern und regelbaren Kapazitäten synchron plant und umsetzt. Nur so können wir Versorgungssicherheit, leistbare Energiepreise und Klimaschutz miteinander in Einklang bringen.“ Diese Forderung trägt der Wirtschaftsbund Vorarlberg mit voller Überzeugung mit. Die Energiepolitik brauche, so Wallner, einen „ehrlichen Kassensturz“: „Zielkonflikte zwischen Versorgungssicherheit, Leistbarkeit, Klimaschutz und Standortpolitik müssen offen benannt und politisch priorisiert werden. Projekte wie das Lünerseewerk II zeigen, was möglich ist, wenn Planung und Umsetzung synchron erfolgen.“
Genau das ist die Botschaft, die vom Lünersee ausgeht: Vorarlberg liefert. Mit Weitblick, mit Investitionskraft und mit einem Projekt, das Standort und Energiezukunft gleichermaßen absichert. Der Wirtschaftsbund Vorarlberg gratuliert zu diesem wichtigen Meilenstein und wird den weiteren Weg des Lünerseewerks II mit voller Unterstützung begleiten.