#positionen

In einer Zeit ständiger Veränderungen in wirtschaftlichen und politischen Gefügen ist es von entscheidender Bedeutung, klare Standpunkte zu formulieren und Orientierung zu bieten.

Mit unseren #positionen übernehmen wir diese Verantwortung und schaffen eine Plattform für deutliche Aussagen zu aktuellen Herausforderungen für Unternehmen und die Gesellschaft. Dadurch möchten wir eine offene und transparente Diskussion fördern. Unsere #positionen dienen dazu, unser Engagement für eine florierende Wirtschaft und einen starken Standort in Vorarlberg zu unterstreichen. In dieser Ausgabe richten wir unseren Fokus auf Europa und drei wichtige Themen für Vorarlberg: das europäische Lieferkettengesetz, die Vorarlberger Strategie für den Güterverkehr sowie die Erweiterung des Güterterminals in Wolfurt.

Das Europäische Lieferkettengesetz und seine Folgen

Das Europäische Lieferkettengesetz steht im Fokus intensiver Diskussionen, insbesondere hinsichtlich seiner potenziellen Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Die Debatte konzentriert sich auf Bürokratie und Kosten, die mit der Umsetzung des Gesetzes entstehen und die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen beeinträchtigen werden. Besonders kleinere und mittlere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Anforderungen des Lieferkettengesetzes zu erfüllen, ohne dabei ihre Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.

Foto: istock

Wir unterstützen die Ziele der Richtlinie, die Umsetzung ist jedoch problematisch.
Die eigentlichen Ziele der Richtliniewerden grundsätzlich unterstützt. Gut gemeint ist jedoch häufig das Gegenteil von gut gemacht – das zeigt sich auch bei dem ausformulierten Vorschlag. Gerade unsere heimischen Unternehmen sind international für ihre hohen ethischen und sozialen Standards bekannt und werden dafür geschätzt. Der derzeitige Vorschlag ist jedoch nicht nur überschießend, er führt zu Unsicherheiten, trifft mitunter die falschen Unternehmen und ist in der vorliegenden Form deshalb zur Gänze abzulehnen.

Bürokratie als Kostenfaktor
Unsere Wirtschaft besteht zu einem überwiegenden Teil aus Klein- und Mittelbetrieben, sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Diese Unternehmen verfügen in der Regel nicht über große Verwaltungsapparate, die sich um die Erfüllung bürokratischer Auflagen kümmern. Die Erfüllung dieser Auflagen würde zudem zu einem beträchtlichen Kostenfaktor führen, der sich nachteilig auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auswirken würde. Diese Unternehmen wollen in erster Linie ihrem Geschäft nachgehen. Wir müssen sicherstellen, dass das auch weiterhin möglich ist.

Auf Kurs zur Zukunftslogistik: Vorarlbergs Strategie im Güterverkehr

Vorarlberg liegt abseits des hochrangigen europäischen TEN-Netzes und an einer EU-Außengrenze. Die technologischen Entwicklungen und der zunehmende Online-Handel haben zu einem Wandel im Güterverkehr geführt, der eine Neuausrichtung erfordert. Das neue Güterverkehrskonzept bildet die Grundlage für eine funktionierende und effiziente Güterlogistik, um den Wirtschaftsstandort Vorarlberg zu stärken. Dieses Konzept umfasst eine Vielzahl konkreter Maßnahmen, darunter die Förderung einer effizienten Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, um die wettbewerbsfähigkeit der Vorarlberger Wirtschaft zu steigern und damit auch die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern. Die Umsetzung dieser Maßnahmen sowie ein entsprechendes Controlling und Monitoring werden durch eine eigene Anlauf- und Koordinationsstelle vorangetrieben. Durch diese strategische Ausrichtung garantiert das Land eine nachhaltige und zukunftsfähige Güterlogistik in Vorarlberg, die den Anforderungen einer modernen Wirtschaft gerecht wird.


Foto: unsplash/pat whelen

Güterterminal Wolfurt

Der Güterterminal Wolfurt ist nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, sondern ein entscheidender Faktor für Vorarlbergs Exportwirtschaft. Als Dreh- und Angelpunkt für den Güterverkehr zwischen Straße und Schiene spielt er eine zentrale Rolle im reibungslosen Ablauf der Lieferketten. Seit seiner Erweiterung im Jahr 2018 hat der Terminal als wichtigster Güterverkehrsknoten in Westösterreich eine neue Ära im Bodenseeraum eingeleitet, mit verbesserten Kapazitäten und schnelleren Umschlagprozessen. Und dennoch stößt der Terminal Wolfurt aufgrund der immer weiterwachsenden Nachfrage und den steigenden Exportzahlen Vorarlbergs mittlerweile wieder an seine Grenzen. Um die notwendigen Rahmenbedingungen für einen modernen und effizienten Güterverkehr auch in Zukunft zu gewährleisten und so die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Vorarlberger Wirtschaft zu sichern und zu stärken, müssen die intermodalen Umschlagskapazitäten am Standort weiter ausgebaut werden. Daher müssen zukünftig deutliche Kapazitätserweiterungen erfolgen, welche die Effizienz steigern und die Services flexibler machen.

Dieser Artikel stammt aus dem Magazin Vorarlberger Wirtschaft Ausgabe #003.

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