© Foto: WKÖ | Victor Klein

Tourismus. Zukunft. Österreich.

Impuls zum WKÖ Summit Tourismus im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach

Unser Tourismus lebt von einer Natur- und Kulturlandschaft, um die uns viele beneiden. Aber Landschaft allein macht noch keinen Erfolg. Erfolg macht, was wir daraus machen – und wer wir dabei sind. Unsere Touristikerinnen und Touristiker sind Gastgeberinnen und Gastgeber aus Leidenschaft. Das war und ist immer noch unser Kapital. Die Frage, die sich dieser Tage neu stellt: Reicht Leidenschaft allein noch aus?

Denn genau hier beginnt die eigentliche Debatte: Was ist Erfolg, wenn sich die Rahmenbedingungen so schnell ändern wie jetzt? Wie stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit, wenn die Erfolgsrezepte von gestern nicht automatisch auch die von morgen sind?

Ein forderndes Umfeld

Die Ausgangslage ist unbequem. Energie- und Rohstoffmärkte bleiben volatil. Das Konsumverhalten verändert sich, Buchungen werden kurzfristiger, Gäste entscheiden spontaner und vergleichen genauer. Wer hier abwartet, verliert Zeit, die er nicht hat.

Deshalb der Anspruch, den wir an uns selbst stellen: Wir warten nicht ab. Wir gestalten Zukunft – und das nicht als Lippenbekenntnis, sondern als tägliche Arbeit. Das betrifft auch die Menschen, die diese Branche tragen: Wir müssen in Generationen denken. Die HR-Transformation ist längst im Gang, neue Arbeitszeitmodelle sind kein Nice-to-have mehr, sondern Voraussetzung, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten und zu gewinnen. Parallel verändern sich die Bedürfnisse der Gäste – nicht zuletzt durch Künstliche Intelligenz, neue Buchungslogiken und eine völlig neue Mobilitätsrealität.

Drei Themenfelder, an denen es hängt

Innovation, Digitalisierung, KI. Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir neue Technologien einsetzen, sondern wie. Effizienzsteigerung ist kein Selbstzweck – sie ist der Hebel für mehr Zeit für den Gast. Technologie soll die Gastgeberrolle stärken, nicht ersetzen.

Wettbewerbsfähigkeit. Hier entscheidet vor allem die Bundespolitik mit. Am Steuersystem und an den ordnungspolitischen Rahmenbedingungen hängt, ob Betriebe investieren, ausbilden und wachsen können. Wettbewerbsfähigkeit ist kein betriebswirtschaftliches Detail – sie ist eine politische Gestaltungsaufgabe.

Zusammenarbeit und Kooperation. Allein wächst niemand mehr nachhaltig. Es braucht gelebte Netzwerke zwischen Betrieben, Regionen und Bundesländern, um gemeinsam Schlagkraft zu entwickeln.

Vertrauen lässt sich nicht automatisieren

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus den KI-Diskussionen der letzten Monate: Vertrauen lässt sich nicht automatisieren. Genau deshalb bleibt der Tourismus, was er immer war – eine Bühne für menschliche Interaktion. Wir brauchen Orte, an denen man Charaktere trifft, nicht nur Angebote. Das ist die gesellschaftliche Wertschöpfung, die unsere Branche leistet, und die am Ende auch ihre wirtschaftliche Wertschöpfung trägt.

Was bleibt

Drei Dinge nehmen wir aus dieser Veranstaltung mit:

  • Das Format selbst: kurze Impulsvorträge statt langer Grundsatzreden – nicht abwarten, sondern gestalten.
  • Wissensvermittlung: Wir bauen Know-how auf, insbesondere im Umgang mit Daten und Künstlicher Intelligenz im Tourismus.
  • Eine offene Frage, die uns weiter begleitet: Wie sieht der Gastgeber der Zukunft aus?

Die Antwort darauf schreiben wir nicht am Reißbrett, sondern gemeinsam – Betrieb für Betrieb, Region für Region, Destination für Destination.

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