Seit 80 Jahren prägen die Bregenzer Festspiele das Selbstverständnis Vorarlbergs entscheidend mit. Als kulturelle Institution ist das Festival zugleich Impulsgeber, Aushängeschild und wirtschaftlicher Katalysator für die gesamte Bodenseeregion.
Am 24. Juli besuchte unser Mentoringprogramms das „Spiel auf dem See“ der Bregenzer Festspielen 2026, die „Traviata“ und führte vorab ein ausführliches Gespräch mit Gerhard Stübe, dem Geschäftsführer des Festspielhauses und Co-Geschäftsführer der Festspiele, über die Herausforderungen der Kultur- und Kongresswirtschaft.
Bregenz liegt im Herzen der Vierländerregion Bodensee, dort wo wichtige Verkehrsachsen aufeinandertreffen. Deutschland, die Schweiz und Liechtenstein sind in kürzester Zeit erreichbar – ein Standortvorteil, der internationale Ausstrahlung mit touristischem Potenzial verbindet. Bahnanschluss, Autobahnnähe, umliegende Flughäfen und Schifffahrtslinien am See sorgen für einen stetigen Zustrom an Gästen aus nah und fern. Ergänzt wird dies durch modernste Veranstaltungstechnik, das hochwertig ausgestattete Festspielhaus und den Charme einer kompakten Stadt, in der sich Kultur, Kulinarik und Naturerlebnis nahtlos verbinden lassen.
Wirtschaftliche Wirkung
Der ökonomische Stellenwert der Bregenzer Festspiele lässt sich an mehreren Kennzahlen ablesen. Das Festival generiert einen beachtlichen Teil regionaler Wertschöpfung, wobei der Löwenanteil dieses wirtschaftlichen Nutzens direkt in Bregenz und seinem Umland verbleibt. Auch auf Landes- und insbesondere der Bundesebene ist der finanzielle Beitrag spürbar: Die daraus resultierenden Steuereinnahmen liegen deutlich über den eingesetzten öffentlichen Fördermitteln – die öffentliche Hand profitiert also mehr, als sie investiert.
Auch für den Arbeitsmarkt sind die Festspiele ein wesentlicher Treiber. Eine Vielzahl an Arbeitsplätzen in Österreich hängt direkt oder indirekt mit dem Festivalbetrieb zusammen, wobei Vorarlberger Betriebe und Beschäftigte besonders profitieren. Hinzu kommen zahlreiche saisonale Beschäftigungsverhältnisse, vor allem in Gastronomie, Einzelhandel und bei Zulieferern – Arbeitsplätze, die fest an den Standort gebunden sind und damit zusätzliche wirtschaftliche Stabilität schaffen.
Bregenz als Kongressstandort
Was für die Festspiele gilt, macht Bregenz auch als Standort für Kongresse und Tagungen attraktiv: kurze Wege, hervorragende Erreichbarkeit im Dreiländereck und eine Infrastruktur, die kulturelle Großveranstaltungen ebenso souverän stemmt wie internationale Fachpublika. Das Festspielhaus ist die führende Kongress- und Tagungslocations der Region – mit flexibel bespielbaren Sälen, professioneller Veranstaltungstechnik und der besonderen Atmosphäre direkt am Seeufer. Veranstalter schätzen die Kombination aus professioneller Ausstattung und dem einzigartigen Ambiente zwischen See und Alpen, das sich ideal mit Rahmenprogrammen aus Kultur und Genuss verbinden lässt. Bregenz positioniert sich damit zunehmend als Ort, an dem sich Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur im wörtlichen wie übertragenen Sinn begegnen.