© Foto: Wirtschaftsbund Vorarlberg

SVS: Selbstverwaltung für die Selbständigen in Österreich

Wer selbständig ist, trägt Verantwortung: für den eigenen Betrieb, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für Kundinnen und Kunden – und oft auch für Familie, Region und Standort. Damit Unternehmertum gelingen kann, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Ein zentraler Baustein dafür ist die Sozialversicherung der Selbständigen, die SVS.

Die SVS ist seit 1. Jänner 2020 der gemeinsame Ansprechpartner für Gewerbetreibende, Bauern und Neue Selbständige in Österreich. Sie bündelt soziale Sicherheit aus einer Hand – von Krankenversicherung über Unfallversicherung bis hin zur Pensionsversicherung. 

Was die SVS besonders macht, ist ihr Prinzip der Selbstverwaltung. Das bedeutet: Die Verwaltung erfolgt nicht fernab der Versicherten, sondern unter Mitwirkung jener Gruppen, die selbst betroffen sind. Die SVS ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit und wird in Selbstverwaltung geführt. Vertreterinnen und Vertreter der Versichertengruppen wirken in den Verwaltungskörpern mit, geben strategische Leitlinien vor und treffen Entscheidungen. 

Umso wichtiger ist der direkte Dialog zwischen Wirtschaft, Sozialversicherung und den Menschen, die Verantwortung tragen. Genau darum ging es auch beim Besuch des Mentoringprogramms des Wirtschaftsbundes am 22. Mai: Im Gespräch mit Landesstellenleiter Johannes Pfefferkorn und Obmann Dieter Bitschnau wurde deutlich, wie wichtig Austausch, Transparenz und gegenseitiges Verständnis sind. Denn starke Selbstverwaltung lebt vom Mitreden, Mitgestalten und vom persönlichen Dialog – für eine Sozialversicherung, die Selbständige nicht nur absichert, sondern ihre Realität versteht.

Gerade für Selbständige ist dieses Prinzip von großer Bedeutung. Denn wer die Lebensrealität von Unternehmerinnen und Unternehmern kennt, kann Anliegen praxisnaher beurteilen: Fragen zu Beiträgen, Krankheit, Vorsorge, Rehabilitation, Mutterschutz, Pension oder digitalen Services betreffen nicht abstrakte Systeme, sondern ganz konkrete unternehmerische Existenzen.

Selbstverwaltung heißt daher auch: Verantwortung übernehmen statt nur verwaltet werden. Sie ist Ausdruck eines österreichischen Erfolgsmodells, bei dem Betroffene ihre Erfahrung einbringen und damit zur Qualität, Nähe und Akzeptanz des Systems beitragen. Die österreichische Sozialversicherung versteht Selbstverwaltung als selbständige Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben, die im Interesse der jeweiligen Versichertengemeinschaft liegen.

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