Gemeinsam Zukunft produzieren

Mit der neuen Industriestrategie 2035 setzt die Bundesregierung ein starkes Signal für den Produktionsstandort Österreich. In einer Zeit globaler Unsicherheiten und rasanter technologischer wie ökologischer Veränderungen soll die heimische Industrie gezielt gestärkt, modernisiert und im europäischen Kontext strategisch positioniert werden. Ziel ist es, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Innovationskraft nachhaltig zu erhöhen – durch Reformen, Investitionen in Schlüsseltechnologien und eine umfassende Fachkräfteoffensive. Bis 2035 soll Österreich wieder zu den führenden Industrienationen zählen und zu den zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt gehören.

Die Industriestrategie verfolgt sechs zentrale Ziele mit insgesamt 114 Maßnahmen, die den industriellen Wertschöpfungsanteil erhöhen, den Produktionsstandort zukunftssicher machen und wirtschaftliche Eigenständigkeit im europäischen Verbund stärken sollen. Sie umfasst den Ausbau wirtschaftlicher Resilienz, die Förderung von nachhaltiger und zirkulärer Produktion sowie gezielte Programme zur Entwicklung von Fachkräften – von der Ausbildung über Weiterbildung bis zur internationalen Rekrutierung.

Ein zentrales Element bildet die Schlüsseltechnologie-Offensive. Neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder werden erstmals definiert, für die bis 2029 ein Förderbudget von rund 2,6 Milliarden Euro vorgesehen ist. Ergänzend geplant sind ein eigenes Beschleunigungsgesetz, Investitionsprogramme für Forschung und Entwicklung, neue Lehrberufe, Clusterbildung sowie der Aufbau von Innovations-Hubs und regionalen Ökosystemen. Damit soll die technologische Basis der Industrie ausgebaut und der Standort auf künftige Herausforderungen vorbereitet werden.

Ebenso wichtig sind wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Die Strategie zielt auf faire Energiepreise, eine sichere und nachhaltige Energieversorgung mit erneuerbaren Quellen und Wasserstoff sowie auf den Ausbau moderner Mobilitätsinfrastruktur. Verwaltungsverfahren sollen beschleunigt, Berichtspflichten reduziert und Genehmigungsprozesse vereinfacht werden, um Unternehmen mehr unternehmerische Freiheit und Planungssicherheit zu geben.

Im Bereich der Fachkräftesicherung setzt die Strategie auf praxisnahe Ausbildung, neue Berufsbilder, Anerkennung ausländischer Qualifikationen und gezielte Zuwanderung. Gleichzeitig wird die Versorgung mit kritischen Rohstoffen durch Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und europäische Beschaffungsketten abgesichert. Unter dem Leitprinzip „Made in Europe & Partner Countries“ sollen Wertschöpfung und Innovation verstärkt in Europa stattfinden.

Besonderes Augenmerk gilt der Umsetzung und kontinuierlichen Überprüfung der Strategie. Laufendes Monitoring, jährliche Berichte und regelmäßige wissenschaftliche Evaluierungen sollen sicherstellen, dass Ziele und Maßnahmen im Einklang bleiben und Fortschritte messbar sind.

Für stark industriell geprägte Regionen wie Vorarlberg ist diese Strategie von besonderer Bedeutung. Sie schafft die Grundlage, um Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung langfristig zu sichern. Die Schwerpunkte auf Forschung, Energiepreisdämpfung, Entbürokratisierung und Fachkräftesicherung sind entscheidend, damit regionale Betriebe weiterwachsen können. Auch der Aufbau regionaler Innovationsökosysteme, stärkere Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaft sowie die Ausbildung in Zukunftstechnologien tragen wesentlich dazu bei, den Standort nachhaltig zu stärken.

Damit wird klar: Nur mit einer wettbewerbsfähigen Industrie, die auf Innovation, Effizienz und qualifizierte Fachkräfte setzt, lässt sich der Wohlstand sichern und die Lebensqualität in Österreich langfristig erhalten. Gemeinsam wird so Zukunft produziert.

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