Wirtschaft als Teil der Lösung aktiv einbringen

7. Mai. 2021 | Allgemein

Wirtschaft als Teil der Lösung aktiv einbringen

7. Mai. 2021 | Allgemein

Neues Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz als Chance für den Standort Vorarlberg.

Im November 2019 erhielt die Landesregierung vom Landtag den Auftrag, die Bereiche Kinderbetreuung und Kindergarten auf eine neue, gemeinsame gesetzliche Basis zu stellen. Es liegt auf der Hand, dass das Vorhaben, mit dem neuen Gesetz eine gesetzliche Grundlage für sämtliche Formen der institutionellen Kinderbildung und -betreuung in Vorarlberg zu schaffen, eine Vielzahl an gegensätzlichen Interessen berührt. Auf den ersten Blick zumindest.

Chancen für den Lebens- und Wirtschaftsstandort

Dieser Gesetzwerdungsprozess bietet auch die Chance, gemeinsam ein chancenreiches Zukunftsbild für unsere Kinder zu zeichnen, das von den relevanten Interessensgruppen mitgestaltet, mitgetragen und schließlich miteinander umgesetzt wird. Vorarlberg hat das Ziel, bis 2035 chancenreichster Lebensraum für unsere Kinder zu sein. Dazu braucht es ein Bündel an Maßnahmen. Bestmögliche Bil- dung sowie eine qualitative, ganzjährige, ganztägige Kinderbetreuung in der Nähe des Wohn-/Arbeitsorts sind dabei sicherlich Schlüsselthemen.

Kooperationen leben und fördern

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist längst auch ein Standortfaktor, in Ballungsgebieten genauso wie in länd- lichen Regionen. Die Wirtschaft weiß um diese Zusammenhänge. Die Bereitschaft, sich bei diesem Thema aktiv einzubringen ist deshalb groß! Etliche Beispiele, bei denen in Vorarlberg vorbildliche Betreuungsprojekte mit Unterstützung oder durch Vorarlberger Betriebe umgesetzt wurden, machen dies deutlich. Auch bei der Ferienbetreuung sind durch die Wirtschaft erfolgreiche Initiativen entstanden. Die Wirtschaft und ihre Betriebe sollte daher weniger als Gegenpol, sondern viel mehr als möglicher Teil von gemeinsamen Lösungen erkannt und miteinbezogen werden.

Neue Ansätze – mehr Anreize

Verständlicherweise brauchen die Betriebe und ihre Mitarbeiter:innen in Sachen Bereuung, Öffnungszeiten und verfügbaren Plätzen eine gewisse Planungssicherheit und Verbindlichkeit. Betriebe sind allerdings auch bereit, sich in abhängig von Betriebsgröße und Bedarf in unterschiedlichen Formen an Lösungen zu beteiligen. Für einen Großbetrieb macht es unter Umständen Sinn, einen Betriebskindergarten zu errichten, für einen Kleinbetrieb sind andere Formen der Beteiligung von Interesse. Das Engagement von Unternehmen, in den Ausbau der Kinderbetreuung zu investieren oder sich als Kooperationspartner einzubringen, gilt es jedenfalls noch stärker zu unterstützen und anzuregen. Neben der Vermeidung bürokratischer Hemmnisse sind Kooperationen der zentrale Hebel, um insbesondere auch in ländlichen Regionen mit Kleingemeinden ein entsprechendes Betreuungsangebot zu ermöglichen und zu erweitern. Wenn ergänzend zu Gemeindekooperationen auch Betriebe sich als Kooperationspartner anbieten, sollte es hier ebenfalls im Rahmen eines flexiblen Ansatzes Anreize geben, wenn sich große und kleine Betreibe aktiv einbringen. Unterm Strich kann das eine Winin-Situation für alle sein. Analog zu den erhöhten Fördersätzen bei Gemeindekooperationen, sollten im Zuge des neuen Gesetzes daher auch die Förderrichtlinien dahingehend gemeinsam diskutiert und weiterentwickelt werden.

Offen für innovative Formen der Kinderbetreuung

Mehr Flexibilität braucht es auch, wenn es um neue Modelle oder Formen von Bildungs- oder Betreuungsangeboten geht. Interessant wäre ein Spielraum, um neue Modelle entwickeln und im Sinne von Pilotprojekten erproben zu können. Das würde die Weiterentwicklung und innovative Ansätze zulassen, ohne dass sie gleich zu Beginn an gesetzlichen Vorgaben scheitern. Schließlich macht jedes neu geschaffene Angebot die Betreuungslandschaft bunter und facettenreicher. Nicht vernachlässigt werden darf in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Tageseltern und das wertvolle Angebot der sogenannten offenen, stundenweisen Kinderbetreuung, das aus familiärer und betrieblicher Sicht viele Vorteile und daher absolut Zukunft hat.

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