„Wir müssen die Pandemie 2021 in die Knie zwingen“

22. Jan. 2021 | Allgemein

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„Wir müssen die Pandemie 2021 in die Knie zwingen“

22. Jan. 2021 | Allgemein

Landeshauptmann Markus Wallner im Gespräch über die Vorarlberger Impfstrategie, Hilfen für die Wirtschaft und das angespannte Landesbudget.

Das neue Jahr hat erst begonnen. Welche Erwartungen haben Sie 2021 für die Vorarlberger Wirtschaft?
Laut unseren Prognosen kann nach weiteren Arbeitsplatzverlusten im ersten Quartal 2021 mit moderaten Beschäftigungszuwächsen ab dem 2. Quartal gerechnet werden. Ich gehe davon aus, dass wir mit Beginn des dritten Quartals endgültig wieder voll durchstarten werden. Wir tun jedenfalls alles dafür, um den Arbeitsmarkt wieder in Richtung Aufschwung zu lenken und die Konjunktur wieder auf Touren zu bringen.

Testen und Impfen lautet die richtige Strategie. Wie unterscheidet sich das Vorgehen Vorarlbergs von dem der restlichen Bundesländer?
Seit dem 18. Jänner kann man sich in Vorarlberg an sieben Standorten im ganzen Land jederzeit und unkompliziert gratis testen lassen. Bis genügend Impfstoffe zur Verfügung stehen, ist das ein wichtiger Schritt in der Pandemiebekämpfung. Seit letzter Woche erfolgt die Bestellung des Impfstoffes für Vorarlberg zudem nur mehr zentral über den Impfkoordinator des Landes. In Kombination mit unseremdigitalen Vormerksystem wird jede Impfung nun sofort dokumentiert. Dadurch sind wir ab sofort in der Lage, die Impfungen schnell und exakt zu steuern.

Positive Meldungen erreichen uns: Weitere Impfstoffe stehen vor der Zulassung. Wann rechnen Sie mit einer Normalität?
Bis in den März, möglicherweise bis in den April hinein werden wir leider vermutlich noch mit dem Corona-Virus zu kämpfen haben. Gerade im Hinblick auf die um bis zu 50 Prozent ansteckenderen Virus-Mutationen müssen wir weiter vorsichtig bleiben. Ich blicke aber zuversichtlich in die Zukunft und ich gehe davon aus, dass wir durch die bevorstehende Zulassung des Impfstoffes von Astra Zeneca weit schneller zu einer guten Durchimpfungsrate kommen werden. Zudem wird uns der beginnende Frühling und damit verbunden wärmere Temperaturen entgegenkommen.

Sie haben betont, es braucht keine Impfpflicht. Braucht es stattdessen Anreiz für Impfverweigerer?
Unser Ziel muss es sein, durch eine gute Aufklärungsarbeit eine gute Durchimpfungsrate auf freiwilliger Basis zu erreichen. Vor allem bei den über 65-Jährigen ist dies besonders wichtig. Innerhalb der ersten Woche haben sich knapp 90.000 Personen in ganz Vorarlberg für die Impfung vorgemerkt – Tendenz stark steigend. Auch das ist ein gutes Zeichen und ich bin mir sicher, dass wir mit unserer Impfkampagne, die in Bälde starten wird, weit mehr Menschen für die Impfung gewinnen können.

Das Landesbudget ist sehr angespannt. Wie können dennoch die Weichen für die Zukunft gestellt und wichtige Impulse für die Wirtschaft gesetzt werden?
Es wird dringend notwendig sein, dass wir 2021 die Pandemie in die Knie zwingen können, um auf einen normalen Pfad des ausgeglichenen Haushaltes zurückkehren zu können. Das wird aber noch ein paar Jahre dauern. Steigende Infektionszahlen, die außer Kontrolle geraten, sind aber um einiges teurer als die gesetzten Maßnahmen. Dennoch: Wenn wir nicht gezielt investieren, wird es noch länger dauern, den Weg aus der Krise zu finden. Aus diesem Grund begegnet das Land Vorarlberg der Corona-Pandemie im Voranschlag 2021 mit einem Höchststand an Investitionen. Diese betragen ca. 102 Millionen Euro, um rund 31 Millionen Euro bzw. um43 Prozent mehr, als im Budget 2020. Erhöht wurden insbesondere die Mittel für Bildung und Jugendbeschäftigung, auch laufende Infrastrukturprojekte werden weiter vorangetrieben.

Noch zur Marke Vorarlberg. Wie geht es damit weiter?
2020 war auch für die Marke Vorarlberg ein herausforderndes Jahr. Innerhalb kürzester Zeit hat das Marken- Team umdisponiert und Projekte wie „School Kids Online“, die kostenlose Teilnahme an interaktivem Live-Unterricht oder die erweiterte Ferienbetreuung ins Leben gerufen und umgesetzt. Das waren wichtige Adaptionen an die aktuelle Situation. 2021 werden wir jetzt in die Umsetzung weiter einsteigen. So sind etwa eine breit angelegte Medienkampagne und ein erster Projekt-Call geplant. Inhaltlicher Schwerpunkt wird das Thema Bildung für Kinder und Jugendliche sein.

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