Standortentwicklung als Instrument der Krisenbewältigung

22. Jan. 2021 | Allgemein

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Standortentwicklung als Instrument der Krisenbewältigung

22. Jan. 2021 | Allgemein

Wenn Sie diese Ausgabe in Händen halten, ist das neue Jahr schon ein paar Tage alt. Ich möchte die Gelegenheit dennoch nutzen und Ihnen von meiner Seite ein gutes, erfolgreiches und vor allem ein gesundes Jahr 2021 wünschen!

Vor einem Jahr war in Europa noch nicht vorstellbar, wie rasch und mit welcher Wucht uns ein Ereignis wie die Pandemie treffen kann. Die Konjunktur lief gut und Vorarlberg war nahe an der Vollbeschäftigung. Nun haben wir mit unglaublichen Verwerfungen in Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu kämpfen, die trotz massiver staatlicher Unterstützungen tiefe Spuren hinterlassen und uns noch längere Zeit beschäftigen werden. Mit den inzwischen begonnenen Impfungen ist am Horizont die Hoffnung auf ein Ende in Sicht. Uns muss jedoch bewusst sein, dass uns bis dahin noch einige schwierige und mit Einschränkungen verbundene Monate bevorstehen.

Weichen für die Zeit nach der Pandemie stellen In diesen Monaten müssen dennoch, unter Einhaltung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen und mit Hilfe von Hygienekonzepten, schrittweise Öffnungsschritte ermöglicht werden. Es ist keine Option, in Teilen der Wirtschaft ein weiteres Jahr auf Pause zu schalten. Gleichzeitig gilt es die Learnings aus der Krise umzusetzen und die Weichen für die Zeit nach der Pandemie zu stellen. Aus diesem Grund haben wir mit dem Impulsprogramm ein rund 60Mio Euro umfassendesMaßnahmenpaket mit ca. 50 Projekten ausgearbeitet, welche konsequent umgesetzt wird. Unser Ziel ist es, dadurch besser durch die Krise zu kommen und schneller wieder zu alter Stärke zurückzukehren.

Neben der Bewältigung der Krise ist es wichtig auch in den Bereichen weiterzuarbeiten, die uns schon vor der Krise „beschäftigt“ haben. Für Vorarlbergs Wirtschaft ist es wesentlich, geeignete Standorte zu sichern, diese gut in die bestehenden Siedlungsstrukturen einzubetten und regional abzustimmen. Es ist wichtig die Entwicklungen zu koordinieren und Nutzungskonflikte so weit wie möglich zu minimieren. Der lokalen Wirtschaft müssen Entwicklungsräume und die Möglichkeit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze gebotenwerden. Diese Arbeitsplätze gilt es auch zu besetzen. Wir wissen um die spezielle Situation, dasswir einerseits die höchste Arbeitslosigkeit seit langem haben, Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Rücken zur Wand stehen und anderseits Betriebe – im Übrigen aus den unterschiedlichsten Branchen – händeringend um Arbeitskräfte bemüht sind. Der Bedarf an Fachkräften wird mit dem einsetzenden Aufschwung wieder steigen. Um dieser Entwicklung bestmöglich gerecht zu werden, bedarf es deshalb neben hochqualitativer AusbildungsundWeiterbildungsmöglichkeiten, damit das bestehende Fachkräftepotential in der Bevölkerung bestmöglich abgerufen und eine Abwanderung verhindert werden kann, insbesondere auch Maßnahmen, um neue Arbeitskräfte anzuziehen.

Vorhandene Initiativen bündeln
Eng damit verbunden ist die Attraktivität des Standorts. Vorarlberg generiert seinen Wohlstand aus einer hochqualitativen und innovativen Wirtschaft. Wir wollen eine Innovationsökologie in Vorarlberg etablieren, die den Standort für weitere Generationen sichert. Dazu sollen bereits vorhandene Initiativen gebündelt und in ein sinnvolles Netzwerk überführt werden, sodass Vorarlberg Talente anzieht und dem Brain-Drain entgegenwirkt. Zentrum dieser Initiative ist der Standort der Fachhochschule. Gemeinsam mit Partnern wollen wir dort einen Campus für Bildung, Innovation, Forschung und Start-up-Unternehmen mit internationaler Ausstrahlung schaffen. Dort sollen Innovationen nicht nur zufällig entstehen, sondern gezielt gefördert werden. Auch der Bürokratieabbau bleibt weiterhin ein relevantes Thema, denn die große Zahl an Ordnungsvorschriften, Gesetzesvorgaben, Aufzeichnungs- und Mittteilungspflichten stellt Betriebe nach wie vor vor große Herausforderungen. Die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für das Wirtschaften sind in den vergangenen Jahren schwieriger geworden.

Zur Absicherung des Wirtschaftsstandortes und zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe sollen unnötige bürokratische Hemmnisse abgebaut werden. Im Bereich Bürokratieabbau und Deregulierung wird Vorarlberg daher an seinem konsequenten Kurs festhalten und im eigenen Zuständigkeitsbereich auch weiterhin an Vereinfachungen, Erleichterungen und Verschlankungen arbeiten und damit bessere Rahmenbedingungen schaffen. Hier hat sich, getrieben durch die Pandemie, ein erhebliches Potenzial durch Digitalisierungsmaßnahmen gezeigt. Diese Services und Dienstleistungen gilt es auszubauen.

Neben diesen Schwerpunkten befinden sich zahlreiche weitere Projekte aus Bereichen wie Infrastruktur, Forschung und Entwicklung oder Digitalisierung in Umsetzung. Die Wirkung solcher Maßnahmen hat die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung berechnet. Durch das Impulsprogramm wird eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 80 Mio Euro ausgelöst, ebenso gibt es einen Beschäftigungseffekt von mehr als 600 Vollzeitäquivalenten. Es fällt aktuell nicht leicht, optimistisch in die Zukunft zu blicken und sich neben den tagesaktuellen Themen auch mit der mittel- und langfristigen Entwicklung zu beschäftigen. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass eine strategische Ausrichtung jetzt erfolgen und die gegebene Situation bestmöglich genutzt werden muss. Die Krise hat die Bedeutung eines starken Wirtschaftsstandortes und sicheren Arbeitsplätzen einmal mehr verdeutlicht.

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