Schweres Foul durch LR Johannes Rauch

23. Nov. 2020 | Allgemein

Schweres Foul durch LR Johannes Rauch

23. Nov. 2020 | Allgemein

„Ihre Aussagen gefährden den Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätze!“

Mit großem Entsetzen haben wir Ihren Vorschlag, dass die produzierenden Betriebe ihre Arbeit stilllegen sollen, aus den Medien entnommen. Ihren Aussagen zur Folge haben Sie offensichtlich nicht mitbekommen, was die Corona-Krise in den vergangenen Monaten an wirtschaftlichen Schaden angerichtet hat. Jetzt die Produktion einzustellen, würde einem Super-Gau der Vorarlberger Wirtschaft gleichkommen und zahlreiche Arbeitsplätze vernichten. Sie lassen mit diesem Vorschlag jegliche Wirtschaftskompetenz vermissen und missachten augenscheinlich den Kreislauf von unternehmerischem Wirken und Lebensqualität. 

Wir laden Sie gerne ein, sich vor Ort in einem der Vorarlberger Produktionsbetriebe ein Bild davon zu machen, wie Wirtschaften in Zeiten von Corona überhaupt möglich ist. Offensichtlich waren Sie schon lange nicht mehr in einem Betrieb. Anders können wir uns nicht erklären, wie Sie, als Mitglied der Vorarlberger Landesregierung, so praxisfern und offensichtlich ohne jegliche Kenntnisse der Probleme und Herausforderungen in den Vorarlberger Produktionsstätten agieren. Es fragt sich schon, wie hier mit der Verantwortung für den Wirtschafts- und Lebensraum umgegangen wird. 

Ihre Aussage zeigt uns, wie weit Sie sich auch ideell von den über 30.000 Vorarlberger Handwerkern und Gewerbetreibenden entfernt haben. Seit acht Monaten versuchen alle Handwerker und Gewerbetreibende gemeinsam „das Rad der Wirtschaft“, so gut es geht, am Laufen zu halten. Es geht darum, unter Beachtung der Gesundheitsrichtlinien die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten. Unsere Betriebe sind jede Sekunde mit all ihrer Kraft damit beschäftigt, Kunden zufrieden zu stellen, Arbeitsplätze zu sichern und einen positiven Beitrag für das große Ganze zu leisten. Wenn die produzierenden Betriebe ihre Arbeit einstellen müssen, funktioniert unser gesamtes Leben nicht mehr, da nicht einmal die Grundversorgung gegeben sein wird. 

Die Betriebe verlieren auf einen Schlag all ihre Kunden im Ausland und sind zudem mit Millionenforderungen bedroht, da sie ihre vertraglich zugesicherten Leistungen nicht termingerecht erbringen können. Ein kompletter wirtschaftlicher Zusammenbruch mit ungeahnten Auswirkungen für Staat und Gesellschaft wäre zu befürchten. 

Sie waren Anfang November persönlich beim „Stab der Vorarlberger Wirtschaft“ dabei. Dort haben die verschiedenen Branchen ihre Herausforderungen in der aktuellen Krisenphase mit aller Deutlichkeit artikuliert. Umso unverständlicher ist daher jetzt Ihr Vorstoß! 

Sollten Sie, Herr Landesrat Rauch, einmal den Wunsch verspüren, Ihren Standpunkt zu überdenken, sind wir gerne bereit, Sie mit den Problemen zu konfrontieren.

Präsident Hans Peter Metzler, die Vizepräsident/-innen und die Spartenobleute der Wirtschaftskammer

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