„Nur mit der Industrie gemeinsam werden die Umweltziele erreichbar sein“

22. Jan. 2021 | Allgemein

© Foto: Alexandra Eizinger

„Nur mit der Industrie gemeinsam werden die Umweltziele erreichbar sein“

22. Jan. 2021 | Allgemein

Sigi Menz, Vorstand der Ottakringer Holding AG, ist seit 2012 Obmann der Bundessparte Industrie in der WKÖ. Die Vorarlberger Wirtschaft im Gespräch mit dem gebürtigen Dornbirner.

Was macht der Spartenobmann für seine Mitglieder?
Die Industrie ist ein zentraler Motor der Wertschöpfung und trägt somit maßgeblich bei zu Einkommen, Beschäftigung und auch Steuerleistung in Österreich. Diese Tatsache geht im Dickicht der tagespolitischen Entscheidungen manchmal unter. Als Spartenobmann setze ich mich daher dafür ein, dass die Interessen der österreichischen Industrie entsprechend berücksichtigt werden. Gegenwärtig stehen zwei große Themenbereiche im Mittelpunkt: Zum einen müssen die Auswirkungen der Coronakrise auf die Industrie durch entsprechende wirtschaftspolitische Maßnahmen bestmöglich abgefedert werden. Zum anderen ist es gerade jetzt von größter Bedeutung über die aktuelle Krisensituation hinaus zu blicken und die Voraussetzungen für verbesserte Standortbedingungen zu schaffen.

Was konnte für die Industrie in der Coronakrise erreicht werden?
Zuerst einmal war wichtig die Verantwortungsträger zu überzeugen, dass die Industrie – unter angemessenen Sicherheitsmaßnahmen – auch bei Lockdowns ihre Tätigkeit fortführen darf. Wertschöpfungsketten zu durchtrennen hätte verheerende Folgen für die Industrie, die gesamte Volkswirtschaft und für die Versorgungssicherheit gehabt. In schwierigen Verhandlungen auf nationaler und europäischer Ebene musste die Offenheit der Grenzen für Pendler und Güterverkehr sicher gestellt werden. Parallel dazu hat die Bundessparte Industrie federführend an dem europaweit vorbildlichen Modell der Kurzarbeit mitgewirkt, das von der österreichischen Industrie intensiv genutzt wurde und wird. Gegenwärtig bin ich in Gesprächen über Regelungen zum Umsatzersatz für indirekt vom Lockdown betroffene Unternehmen und liquiditätssichernde Maßnahmen für die Industrie.

Welche konkreten Maßnahmen sind standortpolitisch wesentlich?
Wesentlichen Einfluss auf die Standortbedingungen hat die europäische Klima- und Umweltpolitik: Hier setze ich mich für klare, sinnvolle und technisch machbare Zielvorgaben ein. Nur mit der Industrie gemeinsam werden die Umweltziele erreichbar sein, nicht durch Populismus und Aktionismus. Im nationalen Gestaltungsbereich liegen insbesondere Maßnahmen zur Stärkung von Innovationskraft und Flexibilität der Unternehmen: Der Forschungsstrategie der Bundesregierung müssen ausreichend gefüllte Fördertöpfe entsprechen, die Anstrengungen um ein ausreichendes Angebot an qualifizerten Arbeitskräften, insbesonderemit technischenQualifikationen, sind zu erhöhen. In der gegenwärtig für Investitionsentscheidungen wichtigen Phase wäre die Umsetzung der bereits zweifach angekündigten Senkung der Körperschaftssteuer von größter Bedeutung –für diese Maßnahme setze ich mich vehement ein.

ZUR PERSON. Sigi Menz wurde 1952 in Dornbirn geboren. 1984 startete er seine Karriere bei der Ottakringer Brauerei AG. Von 2000 bis 2010 bekleidete er das Amt des Vorstandsvorsitzenden. Von 2010 bis 2018 war er Vorstandsvorsitzender der Ottakringer Getränke AG. Ab 2018 fungiert er als Aufsichtsrat der Ottakringer Getränke AG. Seit 1995 ist Menz auch Vorstand der Ottakringer Holding AG.

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