Neuregelung Kurzarbeit

7. Jun. 2021 | Allgemein

© Foto: Wirtschaftsbund Vorarlberg

Neuregelung Kurzarbeit

7. Jun. 2021 | Allgemein

Verlängerung der Kurzarbeit für schwer betroffene Betriebe

Die Corona-Kurzarbeit hat im Jahr 2020 1,2 Millionen Arbeitsverhältnisse gesichert. Mit derzeit rund 8,2 Milliarden Euro an Unterstützungszahlungen ist sie das Kriseninstrument mit dem größten Auszahlungsvolumen. 

So hat die Kurzarbeit bislang auch 154.374 Arbeitsplätze im Tourismus gesichert. Mehr als 1,6 Mrd. Euro wurden in den Bereichen Beherbergung und Gastronomie ausbezahlt. 

Die Kurzarbeit war das wirksamste Instrument, um die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt einzudämmen. Nunmehr ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken, die Anzahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen befindet sich auf Rekordniveau. 

Trotz gut funktionierender Öffnungsschritte und der guten Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt werden einige Branchen noch länger Unterstützung brauchen – das betrifft insbesondere den Städte- und Kongresstourismus (dabei vor allem die Stadthotellerie). 

Eine praktikable Verlängerung der Corona-Kurzarbeit für besonders betroffene Branchen war daher eines der wichtigsten Elemente des von Elisabeth Köstinger im April gestarteten Comeback-Prozesses und der gemeinsamen Anstrengungen der Tourismusministerin und von Arbeitsminister Martin Kocher. 

Die Bundesregierung hat sich mit den Sozialpartnern auf eine Nachfolgeregelung geeinigt! Die bisherige Kurzarbeit wird bis Ende des Jahres für besonders betroffene Betriebe mit folgenden Parametern fortgesetzt: 

  • Es gelten im Allgemeinen die bisherigen Bestimmungen 
  • Ein Umsatzeinfall von mindestens 50 Prozent ist vorzuweisen
    • D.h. die im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 3. Quartal 2019 einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% hatten
    • Das dritte Quartal 2020 wird aufgrund der vergleichbaren Situation (weitgehende Öffnungen, aber Störungen im internationalen Reiseverkehr) herangezogen. 
  • Die Sonderregelung ist bis Ende des Jahres befristet. 

Übergangsmodell mit reduzierter Förderhöhe
Die Auswirkungen der Pandemie führen dazu, dass Betriebe auch weiterführend Unterstützungen in Form eines neuen Arbeitnehmer-Förderprogrammes benötigen. 

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation hat daher die Bundesregierung ein Übergangsmodell mit reduzierter Förderhöhe eingeführt. 

Eckpunkte des Modells:

  • Abschlag von 15 Prozent von der bisherigen Beihilfenhöhe 
  • Die Nettoersatzraten für den Arbeitnehmer bleiben gleich 
  • 50 Prozent Mindestarbeitszeit (mit Ausnahmen im Einzelfall) 
  • Verpflichtender Urlaubsverbrauch von einer Woche je (angefangenen) zwei Monaten Kurzarbeit 
  • Der Personalabbau zwischen den Phasen der Kurzarbeit wird erleichtert 
  • Dreiwöchige Beratungsphase durch AMS und Sozialpartner für neu eintretende Betriebe 
  • Das Modell steht bis Mitte 2022 zur Verfügung, danach wird das Modell evaluiert 
  • Jeder Betrieb kann maximal 24 Monate (mit Ausnahmen im Einzelfall) Kurzarbeit beantragen 
  • Verlängerungsantrag nach 6 Monaten notwendig 

Alle weitere Informationen finden Sie auch unter www.sichere-gastfreundschaft.at.

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