Neuerliches Twitter-Gate von LR Rauch

7. Jun. 2021 | Allgemein

© Foto: Wirtschaftsbund Vorarlberg

Neuerliches Twitter-Gate von LR Rauch

7. Jun. 2021 | Allgemein

Vorarlbergs Grünen-Chef Rauch übernimmt in Twitter-Meldung Aussagen von Grünen-Klubobfrau Sigrid Maurer und diskreditiert damit Funktionäre und Mitarbeiter/-innen der Wirtschaftskammer.

„Alt, unsozial und abgehoben“ sei die Wirtschaftskammer: „Mit einer derartigen verbalen Twitter-Entgleisung zeigt Grünen-Chef LR Johannes Rauch eindeutig seine Haltung gegenüber der gesamten Interessenvertretung der Unternehmerschaft“, zeigt sich WKV-Präsident Hans Peter Metzler entsetzt.

In der Wirtschaftskammer arbeiten über 1.000 Funktionärinnen und Funktionäre sowie die WKV-Mitarbeiter/-innen täglich mit großem Engagement für die Anliegen ihrer Berufskolleg/-innen. „Viele junge, bodenständige und sehr sozial engagierte Unternehmer/-innen leisten gerade aktuell in der Krise Enormes. Die Aussagen von Johannes Rauch sind daher völlig fehl am Platz.“

Bereits mit seinem Produktionsschließungs-Sager habe der Grünen-Chef alle von seiner mangelnden Wirtschaftskompetenz überzeugt. Die jetzigen Aussagen reihen sich da nahtlos an. „Selbst Landeshauptmann Markus Wallner hat Rauch bereits im November 2020 dazu aufgerufen, weniger zu twittern und mehr zu arbeiten. Schließlich bleibt LR Rauch in seinem eigenen Ressort einiges schuldig, etwa im Bereich der Deponie-Thematik geht wenig weiter“, sagt Metzler.

Wer nicht der grünen Haltung entspreche, werde mit Beleidigungen überhäuft. Das habe langsam System. „Einmal mehr zeigt Rauch wenig Interesse an Sachdiskussionen und versteckt sich hinter Twitter-Meldungen, mit denen er im Übrigen auch seine eigenen Leute in der Grünen Wirtschaft vor den Kopf stößt“, sagt der WKV-Präsident.

„Während große Teile der Mitgliedsbetriebe in der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft ums Überleben kämpfen, viele davon nicht wissen, wie es weiter gehen soll, ganze Familienexistenzen vor den Scherben der Pandemie stehen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, teilweise jahrzehntelange Fachkräfte nicht mehr beschäftigt werden können und um ihren Job bangen, hat der Landesrat nichts anderes zu tun, als zu twittern, unqualifiziert und pauschal, ohne offensichtlich nur eine Sekunde darüber nachzudenken, was er mit so einer Aussage bewirkt. Selbst wenn sie auch aus dem Zusammenhang gerissen wäre, bringt sie doch eine Haltung zum Ausdruck, die einem Mitglied der Vorarlberger Landesregierung nicht ansteht“, reagiert Markus Kegele, Spartenobmann Tourismus- und Freizeitwirtschaft, auf die Twitter-Aussagen.

Auch für WKV-Vizepräsident Wilfried Hopfner ist es völlig unverständlich, was der Landesrat sich bei dieser Aussage gedacht hat. „Wir hätten genug Anderes und Wichtigeres zu tun z.B. wie wir den Betrieben, die von der Pandemie betroffen sind, ausreichend mit Liquidität helfen können.“

„Eine ungeheuerliche Entgleisung des Landesrates, der damit die Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Funktionärinnen und Funktionäre pauschal verunglimpft“, zeigt sich auch Petra Kreuzer, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, verärgert. IC-Spartenobmann Dieter Bitschnau ergänzt: „Im Gegensatz zu der Haltung des Landesrates, die er nunmehr neuerlich zum Ausdruck bringt, kümmern wir uns um die Anliegen der Mitglieder und damit um die Aufgabe, für die wir gewählt wurden und die Wirtschaftskammer auch verantwortlich ist“. „Persönlich stehe ich eigentlich für eine Kammer die innovativ, wertschätzend im Umgang und lösungsorientiert agiert. Mich kann er eigentlich damit nicht gemeint haben“, betont Stefan Hagen, WKV-Vizepräsident.

Bernhard Feigl, Spartenobmann Gewerbe und Handwerk: „Das scheint ja ein parteinterner Streit der Grünen zu sein: Vizekanzler Kogler begrüßt eine degressive Gestaltung des Arbeitslosengelds, die Grüne Klubobfrau Maurer ist mit Schützenhilfe von Herrn Rauch dagegen – und weil sie sich nicht gegen Kogler trauen, muss halt ein anderer Reibebaum herhalten. Vor Menschen, die andere nur beschimpfen, haben wir keinen Respekt – Handwerker haben Respekt vor Menschen, die arbeiten und etwas schaffen. Der Landeshauptmann hat dem Landesrat schon einmal ausgerichtet, er soll weniger twittern und mehr arbeiten. Das muss er offensichtlich noch einmal eindringlich tun, das mit der Arbeit haut ja offensichtlich nicht so hin.“

„Wie schon im Vorjahr, als der Landesrat die Schließung der Produktionsstätten gefordert hatte, bringt er jetzt wieder eine Haltung zum Ausdruck, die dem Vor- arlberger Industrie- und Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb sicherlich nicht weiterhilft. Er muss uns auch nicht erklären, welche Sorgen und Nöte unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Die kennen wir aus der täglichen Arbeit ziemlich genau“, schließt sich Markus Comploj, Spartenobmann Industrie, der Kritik an LR Rauch an.

Edi Fischer, WKV-Vizepräsident: „Es ist schon bemerkenswert, wenn ein Grünpolitiker und ehemaliger Sozialarbeiter, der nur von der öffentlichen Hand lebt, sinnvolle Vorschläge der Wirtschaft als verstaubt und antiquiert abqualifiziert.“

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