Harald Mahrer, Wirtschaftsbund-Präsident: „Bei Impfungen volle Fahrt aufnehmen“

7. Mai. 2021 | Allgemein

© Foto: Nadine Studeny

Harald Mahrer, Wirtschaftsbund-Präsident: „Bei Impfungen volle Fahrt aufnehmen“

7. Mai. 2021 | Allgemein

Wirtschaftsbund-Präsident Harald Mahrer zum 19. Mai als Erfolg für die heimischen Unternehmen, das Thema betriebliches Impfen und einen sicheren Sommer.

Mit 19. Mai haben die Unternehmen nun eine Perspektive, wieder öffnen zu können. Hat sich die Wirtschaft durchgesetzt?

Der 19. Mai ist ein Erfolg für die heimischen Unternehmen, für den wir gemeinsam hart gekämpft haben. Gerade im Tourismus, der Kultur und der Freizeitwirtschaft gehen nach sieben Monaten endlich die Rollbalken auf und die Menschen kommen in diesen Branchen wieder in Beschäftigung. Die Rückmeldungen, was die Buchungslage ab Pfingsten betrifft, zeigen uns: Die Vorfreude ist groß, die Menschen haben lange auf einen Urlaub gewartet. Gemeinsame Öffnungen sind daher ein erster wichtiger Schritt, weil wir damit zeigen können, ein sicheres Öffnen ist in allen Branchen möglich.

Vorarlberg ist seit mehr als einem Monat Modell- region für Öffnungen. Jetzt steigen die Infektions- zahlen. Grund zur Sorge?

Das Signal, das Landeshauptmann Wallner vor kurzem ausgesendet hat, nämlich an der Modellregion festhalten zu wollen, ist das richtige. Gleichzeitig hat sich Präsident Metzler für mehr Achtsamkeit ausgesprochen. Auch dieser Appell hat seine Berechtigung und beide stoßen damit ins selbe Horn: Bei Öffnungen gilt es natürlich bedacht vorzugehen. Die Öffnungen in Vorarlberg mit 15. März waren und sind der richtige Schritt und ich bin sehr froh, dass er gelungen ist. Vorarlberg hat ganz Österreich vorgezeigt, wie es gehen kann.

Was braucht es noch, damit wir 2021 einen sicheren Sommer verbringen können?

Einerseits natürlich Eintrittstestungen, denn diese helfen uns in der Hotellerie, der Gastronomie, das Infektionsgeschehen in dieser ersten Phase der Öffnung genau zu beobachten. Es braucht verbindliche Spielregeln, da wo Menschen für längere Zeit zusammenkommen. Aber: Je höher die Durchimpfung, umso weniger werden wir Eintrittstestungen in der Zukunft brauchen.

Apropos Impfungen, wo stehen wir da?

Impfungen sind natürlich das grosse Thema der kommenden Wochen. Es läuft von Woche zu Woche besser. Zudem erwarte ich mir, dass die Betriebe so rasch wie möglich in die Impfstrategie eingebunden werden – im Mai wäre wünschenswert. Damit erreichen wir nicht nur potenziell knapp 600.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern im Idealfall auch deren Angehörige – in Summe rund eine Million Menschen.

Parallel mit den Öffnungen soll auch der grüne Pass starten. Welche offenen Fragen gibt es?

Mit Blick auf die Landkarte ist klar: Ganz Europa versucht Lösungen zu finden, wie ein sicherer Sommerurlaub möglich sein kann. Und der grüne Pass ist hier der Schlüssel. Wir schaffen damit im Tourismus eine einheitliche Grundlage und gleichzeitig ein Werkzeug für sichere Öffnungen, um die Wirtschaft am Laufen halten zu können. Es geht um praktikable Lösungen für die Betriebe, technisch nicht komplex und einfach handhabbar. Aber ich bin hier zuversichtlich.

Können sie dazu schon mehr sagen?

Geplant ist eine digitale Lösung mit einem QR-Code, der beim Eintritt gescanned wird. Vorarlberg zeigt, dass das hervorragend funktioniert.

Wenn sie die vergangenen 14 Monate seit Aus- bruch der Pandemie Revue passieren lassen, welches Resümee ziehen sie?

Unser Wirtschaftsstandort, die Betriebe und damit jeder einzelne Unternehmer, jede Unternehmerin ha- ben sich einer in dieser Form noch nie dagewesenen Ausnahmesituation stellen müssen. Für manche Betriebe war und ist es existenzbedrohend. Bei den Hilfen ist uns für die Vorarlberger vieles gut gelungen, vom Härtefallfonds, über den Umsatzersatz und die Kurzarbeit bis hin zur Investitionsprämie. Da wo Nachbesserungen nötig waren, haben wir uns dafür eingesetzt. Es war ein echtes Stahlbad.

Wenn sie an die kommenden 14 Monate denken, was braucht es für einen erfolgreichen Re-Start der heimischen Wirtschaft?

Fakt ist, unsere Wirtschaft hat auf den Startschuss für ein Comeback gewartet, der ist jetzt mit dem 19. Mai erfolgt. Der Sommer darf nicht verschlafen werden. Impfvorbereitungen für den Herbst, die Schulen Covid-fit machen und die Unternehmen in Ruhe arbeiten lassen. Dafür brauchen unsere Betriebe aber jetzt auch Entlastungsschritte.

Wie sollen die Betriebe entlastet werden?

Umfassend, also sowohl bei Steuern, Vorschriften und Arbeitskosten. Eine erfolgreiches Comeback führt über die Stärkung des Exports und Investitionen in Digitalisierung und Innovation. Dafür setzen wir uns derzeit in den Gesprächen mit der Regierung ein.

Vielen Dank für das Gespräch!

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