E-Fuels: Nicht der Motor ist das Problem, sondern die CO2-Emissionen sind es

7. Mai. 2021 | Allgemein

© Foto: BKA/Dunker

E-Fuels: Nicht der Motor ist das Problem, sondern die CO2-Emissionen sind es

7. Mai. 2021 | Allgemein

Staatssekretär Magnus Brunner über die Mobilitätswende, Technologieoffenheit und Potenzial im Bereich der E-Fuels.

Vor der Corona-Pandemie war die Menschheit so mobil wie noch nie. Mobilität ist eine große Errungenschaft und soll schnellstmöglich wiederhergestellt werden. Leider verursacht der Verkehr aber erhebliche Treibhausgasemissionen – er ist europaweit für rund ein Drittel der Emissionen verantwortlich und damit ein großes Sorgenkind. Unser Ziel in den nächsten Jahren und Jahrzehnten muss es also sein, die Emissionen im Verkehr deutlich zu senken. Hier steht uns eine große Aufgabe bevor, die aber gleichzeitig auch eine Chance ist. Jetzt sind Ideen gefragt, wie wir unsere Lebensqualität erhöhen und dabei Klimaschutz besser und innovativer verwirklichen können.

In diesem Zusammenhang ist klar: Die Mobilitätswende schaffen wir nur mit Anreizen und Technologieoffenheit; Verbote und Belastungen sind der falsche Weg. Denn es gibt in diesem Bereich nicht eine große Lösung, vielmehr brauchen wir ein Bündel an Maßnahmen. Neben dem Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Radinfrastruktur brauchen wir innovative Lösungen für die berühmte „letzte Meile“ sowie alle umweltfreundlichen Technologien für die individuelle Mobilität – von der E-Mobilität über Wasserstoff bis hin zu synthetischen Kraftstoffen. Gerade Wasserstoff halte ich für eine Schlüsseltechnologie – auch und vor allem für den Klimaschutz.

Vor allem im Bereich der E-Fuels steckt enormes Potential. Mit diesen können Verbrennungsmotoren CO2-neutral betrieben werden, wenn ihre Herstellung genauso viel CO2 bindet wie ihre spätere Verbrennung freisetzt. Der Vorteil daran ist, dass sie herkömmliche Kraftstoffe ohne technischer Adaptierung der bestehenden Infrastruktur ersetzen und demnach im Bestand eingesetzt werden können. Und für die CO2-Bilanz beim Betrieb eines Fahrzeugs ist nicht die Technologie des Antriebsstrangs entscheidend, sondern der Einsatz von sauberer Energie. Nicht der Motor ist das Problem, sondern die CO2-Emissionen sind es.

Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, dürfen wir also nicht den Verbrennungsmotor verteufeln und Verbote aussprechen, sondern müssen darüber nach- denken, womit ein Motor betrieben werden kann. Dabei geht es nicht um Entweder-oder, um besser oder schlechter; alle umweltfreundlichen Technologien müssen Teil der Lösung sein – immer dort, wo sie am sinnvollsten und effizientesten eingesetzt werden können.

Die Bereitschaft der Bevölkerung und der Wirtschaft zu einer umweltfreundlichen Mobilität ist groß, wenn dies ohne Einschränkungen und finanziellen Belastungen geschieht. Wir setzen also auf Anreize, Innovation und Technologieoffenheit. So erreichen wir die Klimaziele, erhalten langfristig ein lebenswertes Österreich und stärken gleichzeitig den Standort.

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