„Das EAG ist nicht nur ein Energiepaket, sondern vor allem ein Investitionspaket“

9. Apr. 2021 | Allgemein

„Das EAG ist nicht nur ein Energiepaket, sondern vor allem ein Investitionspaket“

9. Apr. 2021 | Allgemein

EAG – das größte Energiepaket der vergangenen Jahrzehnte ist auf Schiene. Staatsekretär Magnus Brunner betont die klare Zielsetzung dahinter.

„Unser Ziel ist 100% Ökostrom bis 2030 in Österreich“, stellt Staatssekretär Magnus Brunner klar. „Dafür setzen wir auf folgende Maßnahmen: Investitionen, Bürgerbeteiligung und Innovation. Das EAG ist nicht nur das größte Energiepaket seit 20 Jahren, sondern auch ein riesen Investitionsprogramm für Österreich und die heimische Wirtschaft, mit einem Volumen von 10 Milliarden Euro. Damit ist bis 2030 klar: Österreichischer Strom ist sauberer Strom“, so Brunner. Pro Jahr beträgt das geplante Unterstützungsvolumen für den Ausbau eine Milliarde Euro, dies ist für die nächsten zehn Jahre vorgesehen: „Dadurch setzen wir gerade in Krisenzeiten wesentliche Impulse für die heimische Wirtschaft und sichern wertvolle Arbeitsplätze in den Regionen. Denn jeder Euro den wir in den Ausbau der erneuerbaren Energien stecken, kommt dreifach wieder heraus. Diese Wertschöpfung passiert direkt in den Regionen, durch Installateure, Elektriker oder die Industrie.“

Investitionen in die Regionen
Durch ein neues und effizientes Fördersystem will man mehr „Ökostrom aus jedem Fördereuro“ holen. Anders als bisher gibt es für alle Technologien eigene Fördertöpfe, die mehrfach pro Jahr verfügbar gemacht werden. In Zukunft setzt man also nicht mehr auf langfristige Einspeisetarife, sondern auf Marktprämien. Diese sorgen für eine erhöhte Fördereffizienz, erlauben den marktnahen Betrieb der Kraftwerke und sichern innovative und effiziente Investitionen. Für kleinere Anlagen gibt es weiterhin Investitionsförderungen. Bestehende Kraftwerke werden gesichert. Jede erneuerbare Erzeugungstechnologie hat unterschiedliche Stärken und Merkmale, so hat beispielsweise die Biomasse höhere laufende Kosten, da
Brennstoff benötigt wird, Photovoltaik wiederum braucht hohe Anfangsinvestitionen, hat dafür aber sehr niedrige laufende Kosten. „Aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Erzeugungstechnologien
fördern wir jede Technologie spezifisch und maßgeschneidert. Ausgeschrieben
wird dort, wo es Sinn macht. Dadurch gibt es erhöhte Kosteneffizienz und mehr Ökostrom für jeden Fördereuro“, so Brunner.

Alle können mitmachen
Erstmalig im Gesetz verankert sind Möglichkeiten zur aktiven Bürgerbeteiligung. Durch Energiegemeinschaften oder Bürgergemeinschaften ist es nun möglich, Strom gemeinsam zu produzieren, zu teilen und zu nutzen.
„Das ist das Herzstück des Gesetzes und ein Riesenschritt hin zu mehr Bürgerbeteiligung. Das ist bisher einzigartig! Damit geben wir allen Menschen in Österreich die Möglichkeit, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen“, so Brunner. Diese Möglichkeit steht auch Unternehmen und Landwirtschaften offen. Künftig
kann man also mit Nachbarn, Freunden und Kollegen Energie teilen und gemeinsam sparen.
Für den Austausch innerhalb der Gemeinschaft soll ein Ortstarif gelten, sowie der Entfall des Erneuerbaren-Förderbeitrags und die Befreiung der Elektrizitätsabgabe
gewährt werden. „Dadurch kann man bis zu Zwei-Drittel der Netzgebühren sparen – das sind insgesamt knapp 100 Euro im Jahr für einen Haushalt“, so Brunner.

Innovation vorantreiben
Innovation spielt im EAG ebenfalls eine zentrale Rolle: „Denn wir kennen erst 30 Prozent der Technologien, die wir brauchen werden, um unsere Ziele im Klima- und Energiebereich zu erreichen – Innovation ist also unser Schlüssel zum Erfolg. Dafür investieren wir 500 Millionen Euro in erneuerbaren Wasserstoff und fördern die Zukunftstechnologie. Das EAG wird so zum Wasserstoffpaket.“
Elektrolyseanlagen werden nun für mindestens 15 Jahre komplett von den Netztarifen ausgenommen, während im Begutachtungsentwurf lediglich die Hälfte
vorgesehen war. Darüber hinaus stehen insgesamt 500 Millionen Euro für die nächsten 10 Jahre Investitionsförderung für Wasserstoff- bzw. Elektrolyseanlagen
zur Verfügung und die Befreiung von EAG-Förderkosten und Netzkosten ist vorgesehen.

Jetzt Gespräche mit der Opposition fortsetzen
Nach dem Beschluss im Ministerrat Mitte März wurden nun die Verhandlungen mit der Opposition aufgenommen, denn zur endgültigen Beschlussfassung braucht es eine Zweidrittelmehrheit im Parlament: „Wir haben ein ausgewogenes und solides Gesetzespaket geschnürt, damit sich alle – Bevölkerung, Gemeinden und Unternehmen – an der Energiewende beteiligen können. Denn nur dann werden wir unsere Ziele auch erreichen. Jetzt geht es darum die konstruktiven Gespräche mit der Opposition fortzusetzen, sodass wir rasch in eine neue Energiezukunft starten können“, so Brunner abschließend.

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